Donnerstag, 23. November 2017  |  Antigewalt.com
Qualitätsstandards Anti-Aggressivitäts-Training (AAT® ) & Coolness-Training (CT®)
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qualitaetsstandards

Qualitätsanforderungen für das Anti-Aggressivitäts®-Training (AAT® ) und das Coolness-Training (CT®)

Das Trainingsprogramm wendet sich an Menschen, die körperliche Gewalt im (halb-) öffentlichen Raum ausüben. Voraussetzung ist, dass die Teilnehmer dem Trainingsprogramm inhaltlich und sprachlich folgen können.

 Ausschlusskriterien sind:

 -       Personen mit Aggressionshemmung und zeitgleich erhöhter Erregbarkeit

-       Personen mit Suizidgefährdung

-       psychische Erkrankungen, die einer konstruktiven Teilnahme am AAT®

      entgegenstehen, ergo nur in fachärztlicher/fachpsychologischer Absprache 

-    akut Alkohol-, Drogensubstituierte

-       akut Medikamentensubstituierte nur in fachärztlicher Absprache

-       (Ex-)Mitglieder der organisierten Kriminalität

-       Gewalt im sozialen Nahraum (einschließlich z. B. Kindesmisshandlung, Kind-

      Eltern-Gewalt)

-       sexuell assoziierte Gewalt

-       Stalking

-       Amok(-drohung)

 

-       Der zeitliche Rahmen ist so zu gestalten, dass durch den Beziehungsaufbau ein konstruktives Arbeitsbündnis zwischen Teilnehmer und Trainer geschlossen wird, sowie eine angemessene individuelle Betreuungsintensität gewährleistet wird.

 

-       Die empfohlene Trainingsdauer liegt bei 4 bis 6 Monaten. Pro TeilnehmerIn sind mindestens 12 Stunden einzukalkulieren (AAT®). Die Trainingsdauer kann durch Wochenendsitzungen verkürzt werden, sollte aber 4 Monate nicht unterschreiten.

 

-       Die Gruppenleitung besteht aus zwei Personen. Eine Person der Gruppenleitung muss über eine qualifizierte Zusatzausbildung zur/ zum AAT®/CT®-TrainerIn verfügen.

 

-       Sekundäre Behandlungs-Motive wie richterlicher Druck, drohender Schulverweis, drohender Widerruf oder anstehende Gerichtstermine werden zum Einstieg akzeptiert. Im AAT® wird sich aus diesem Grund an den Wirkfaktoren der motivierenden Gesprächsführung orientiert.

 

-       Das AAT® richtet sich an den Prinzipien des rückfall-präventiven Arbeitens aus: Risiko-, Bedürfnis- und Ansprechbarkeitsprinzip.

 

-       AAT®/CT® sind Programme, die Berührungen vermeiden. Körperkontakte dienen maßgeblich der empathischen Kontaktaufnahme zur Vertrauensbildung, Beziehungsarbeit und fachlichen Umsetzung körperorientierter Verfahren.

 

-       Dem AAT®/CT® liegt ein optimistisches Menschenbild zugrunde. Die Gruppenleiter akzeptieren demzufolge den teilnehmenden Menschen, zeigen ein professionelles Verständnis für die den Delikten zu Grunde liegende Bedürfnisstruktur, ohne mit den Taten einverstanden zu sein.

 

 

 


IKD, Sommer 2013

 

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